Exhibitions
Wucherungen diesseits der Zartheit: SCHLOSS HOLLIGEN BERN
Susanne Choinowski (botanische Illustration und Installation), Matthias Graber (Malerei, Serigraphie und Installation)
Im historischen Schloss Holligen in Bern vom 1. bis 14. Mai 2026
Dr. Franz-Josef Sladeczek, Vernissagerede 1. Mai 2026
Matthias Graber entwickelt seine Bilderwelten mit natürlichen Substanzen wie z.B. BläHern, die er auf die mit Acrylfarben gut durchtränkten Leinwände legt, diese für gut eine Woche abdeckt und beschwert und so Substrate und Pigmente miteinander »arbeiten« lässt. Der Künstler spricht hier auch gerne von einem »gesteuerten Zufall«. Erst anschliessend beginnt der Künstler seinen Malprozess, den er ergänzend zu der bestehenden Ordnung verändert, indem er die nun fest integrierten BläHer ummalt und auch neue Formelemente wie z.B. einen Kreis oder Quadrat ausmalt und so die Bildfläche weiter verdichtet. So entwickelt er Bildwelten aus zuvor klaren Strukturen und Umrissen, die er malerisch immer wieder abändert und auch verunklärt, mit dem Effekt, dass sich für den Betrachter in ein und demselben Bild sowohl Aufsichten wie Untersichten entwickeln, die geradezu Assoziaconen an barocke Deckenmalereien wecken. Beeindruckt hat mich persönlich auch die Installacon «Brombeer-Wurzel-Geflecht», die MaHhias Graber in Siebdrucktechnik auf Plexiglas und Tuch realisiert hat. Sie sehen sie als sieben hängende Gebilde im hinteren Teil des Raumes. Inspirator für die Installacon war die sog. Rhizom-Theorie, ein philosophisches Denkmodell, welches besagt, dass es in der Natur nicht nur hierarchisch-strukturierte Entwicklungen, wie z.B. Bäume, sondern auch Wurzelgeflechte, gibt, zu deren EigenschaT gehört, dass sie keinen festen Anfang, kein Ende und auch keine zentrale Ordnung aufweisen. Sie organisieren sich sozusagen selbst untereinander, ohne Anfang und Ende, verändern, verzweigen und vernetzen sich wie in der vorliegenden Installacon von Grabers Brombeer-Wurzel-Geflecht, in dem sie sich diaphan ausbreiten und entwickeln, ineinander übergehen und überlappen – und sich verzweigen und vereinen – zu »Wucherungen diesseits der Zartheit« eben.
Nodes: KUNSTHALLE TRIER
Die jurierte Gruppenausstellung zeigt sechs Künstler*innen-Duos mit neun verschiedenen Perspektiven zum Thema Verknüpfung und Verflechtung.
Werkbeschreibungen
Matthias Graber & Sabine Zenger
Between Roots and Frames & Between Nothing and Everything, 2025
Brombeerwurzeln, Latex, Fotografie, Epoxidharz und Projektion
Die Installation „Between Roots and Frames“ thematisiert das Verhältnis zwischen natürlichem Wuchern und menschlicher Ordnung. Brombeerwurzeln stehen hier als Sinnbild für Widerstandskraft, Regeneration und Schutz. In der Installation durchdringen sie die Gitterstruktur der Fensterrahmen der Kunsthalle. Dabei trifft das anarchische Wurzelsystem auf die geometrische Strenge industrieller Architektur. Fixiert mit natürlichem Latex, entsteht ein hybrides Netzwerk, das sowohl Unvereinbares verbindet als auch eine neue ästhetische Sprache formuliert. Die ungeliebte Brombeere wird hier zur Protagonistin einer Geschichte über Transformation, über das Verbindende im Widersprüchlichen und über das Potenzial vermeintlich unbedeutender Elemente. Sie zeigt auch die Widerstandsfähigkeit der Natur gegen das Mensch-Gemachte und wie sich diese selbst durch dicke Betonschichten immer wieder ihren Platz in der Natur zurück sucht. Daneben steht die Arbeit „Between Nothing and Everything‘, die sich mit dem Flüchtigen eines Fettflecks auf Fensterscheiben beschäftigt. Eine Spur des Verweilens, des Denkens, des Daseins. Diese scheinbar beiläufigen Abdrücke werden gesammelt, archiviert, konserviert und fotografisch vergrößert. In Epoxidharz gegossen, erscheinen sie wie Galaxien oder Zellstrukturen. Ein Relikt menschlicher Präsenz, die in ihrer neuen Form zwischen Mikro und Makrokosmos oszillieren. Es ist ein poetisches Archiv der Unsichtbarkeit, das das Flüchtige monumentalisiert und Fragen nach Zeit, Erinnerung und Bedeutung stellt. Beide Arbeiten zeigen eine Verwebung von Menschen und Ort, dem Persönliche mit dem Globalen und dem Gewachsenen mit dem Konstruierten. Sie machen sichtbar, dass Netzwerke nicht nur im Digitalen oder in der Natur existieren, sondern auch in unseren Körpern, Gedanken und Erinnerungen. Nodes wird so zum verbindenden Konzept: als Begegnung zwischen Material und Idee, als Sinnbild für die Verflechtungen unserer Existenz.
Jean-Luc Caspers, Kurator
"I have met love - she has battered knees and goes begging from door to door“
Atelier C1 DCH,
Foundation Valentiny, 34, Wäistrooss, L-5440 Remerschen, Luxembourg
29. May to 15. June 2025
"Ich bin der Liebe begegnet, sie hat zerschundene Knie und geht betteln von Tür zu Tür" Künster:innengruppe Atelier C1 DCH
im Kulturlokal ONO, Bern, 21.2. - 13.4.2025
"UNGENORMT" Künster:innengruppe Atelier C1 DCH
im Kulturlokal ONO, Bern, 5.7. - 11.8.2024
Vernissage: 5.7.2024, um 19 Uhr
"UNGENORMT" von der Künster:innengruppe Atelier C1 DCH
Stollwerk Köln, 6.4. - 5.5.2024
Vernissage: 6.4.2024, um 18 Uhr
"Best of Trier in Bern" mit Susanne Choinowski und Matthias Graber
Atelier Allmendweg 14, Bern, 7.3. - 9.3.2024
"UNGENORMT Positionen 2024", Kunsthalle Trier, 11. - 25.2.2024
Diplomausstellung Berufsbegleitendes Kunststudium - Europäische Kunstakademie Trier
"AUSGEWÄHLT 2023" Europäische Kunstakademie
Gewinner Teilnehmendenpreis
Einer der FinalistInnen...
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